Leben oder Leiden

 

             Die Schweiz, meine Heimat

Ja, ich gestehe, ich bin Patriot, denn ich liebe unser wunderschönes Land !!

Die Schweiz ein föderalistischer, demokratischer Staat, in Europa.

Sie umfasst deutsche, französische, italienische und rätoromanische Sprach- und Kulturgebiete, deren Bewohner als Willensnation zusammenleben.

Die Schweiz ist ein Alpenland in Mitteleuropa mit einer Fläche von 41’285 km2. Im Herzen Europas gelegen ist die Schweiz ein Binnenstaat, und grenzt an Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Der Sitz der Bundesbehörden ist Bern, die Bundesstadt – gemäss Bundesverfassung hat die Schweiz keine Hauptstadt. Die Schweiz ist eingeteilt in 26 Gliedstaaten, die Kantone. Die Währung der Schweiz ist der Schweizer Franken

Die Geschichte und die Entwicklung der Schweiz als Nation wurde stark von der geografischen Lage des Landes geprägt. Die Schweiz in der heutigen Form entstand erst 1848 mit der Bundesverfassung – davor ist die Geschichte des Gebietes eine Geschichte verschiedener Territorien, um die im Laufe der Epochen benachbarte Völker kämpften: Römer, Burgunder, Alemannen, Franken, Habsburger, Österreich-Ungarn oder Frankreich unter Napoleon. Diese Gebiete wuchsen über die Jahrhunderte allmählich zur heutigen Schweiz zusammen.

Antike und frühes Mittelalter

Im Zuge der Ausdehnung ihres Reiches auf die Gebiete nördlich der Alpen wurden die ursprünglich keltischen Stammesgebiete in der heutigen Schweiz bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. von der Römern erobert und ins Römische Reich integriert. Die Römer gründeten Städte in der Schweiz, von denen ausgehend das Gebiet in der Spätantike allmählich christianisiert wurde. Nach dem Untergang des römischen Reiches siedelten sich die germanische Stämme der Burgunder und Alamannen im Mittelland der heutigen Schweiz an und vermischten sich mit der romanisierten keltischen Bevölkerung. Während sich in der West- und Südschweiz sowie in den Alpentälern die romanischen Sprachen erhielten (das heutige französisch, italienisch und rätoromanisch), verbreiteten sich in der Nordschweiz germanische Sprachen und legten damit die Grundlage für die heutige deutsche Sprachregion. Im 8. Jh. n. Chr. wurde das Gebiet der heutigen Schweiz von den Franken erobert und Teil des östlichen Frankenreiches, das später zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation wurde. Ausgehend von den bedeutenden klösterlichen Zentren wie St.Gallen oder Reichenau wurde bis ins 9. Jahrhundert auch die zugewanderte germanische Bevölkerung christianisiert.

Die alte Eidgenosschenschaft

Ursprung des Schweizer Staates bilden mittelalterliche Verteidigungsbündnisse, die Eidgenossenschaften: Nach dem Tod des deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg bildeten die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden eine losen Zusammenschluss zum Schutz ihrer „alten Freiheiten“. Der Legende nach wurde im Rahmen des „Rütlischwurs“ ein erster Staatenbund gebildet. Die älteste erhaltene Bündnisurkunde ist der Bundesbrief aus dem Jahr 1291 zwischen den drei Urkantonen, das inoffizielle und mythologisierte Grundungsdokument des Schweizer Staates. In den folgenden Jahrhunderten traten im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem heutigen Staatsgebiet, vor allem mit den Adelshäusern der Habsburger und Burgunder, nach und nach weitere Gebiete dem Staatenbund bei. Mit dem Einmarsch Frankreichs unter Napoleon im Jahr 1798 ging die alte Eidgenosschenschaft unter.

 

 

Bundesbrief von 1291

 

Der sogenannte Bundesbrief datiert auf Anfang August 1291, ist der bekannteste von mehreren Bundesbriefen und gilt in der traditionellen und populären Geschichtsschreibung als die Gründungsurkunde der Schweizer Eidgenossenschaft. Der damalige Bund wurde von den lokalen Führungseliten in den Tatschaften Uri, Schwyz und Unterwalden (oder Nidwalden, da der Text die «untere Talschaft» erwähnt) aufgestellt, womit diese gemeinhin als die ersten drei oder die Urkantone der späteren Eidgenossenschaft gelten

Bundesbrief auf Deutsch übersetzt

«In Gottes Namen. Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. – Darum haben alle Leute der Talschaft Uri, die Gesamtheit des Tales Schwyz und die Gemeinde der Leute der unteren Talschaft von Unterwalden im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb ihrer Täler und ausserhalb nach ihrem ganzen Vermögen zugesagt gegen alle und jeden, die ihnen oder jemand aus ihnen Gewalt oder Unrecht an Leib oder Gut antun. – Und auf jeden Fall hat jede Gemeinde der andern Beistand auf eigene Kosten zur Abwehr und Vergeltung von böswilligem Angriff und Unrecht eidlich gelobt in Erneuerung des alten, eidlich bekräftigten Bundes, – jedoch in der Weise, dass jeder nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll. – Wir haben auch einhellig gelobt und festgesetzt, dass wir in den Tälern durchaus keinen Richter, der das Amt irgendwie um Geld oder Geldeswert erworben hat oder nicht unser Einwohner oder Landmann ist, annehmen sollen. – Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten. – Vor allem ist bestimmt, dass, wer einen andern böswillig, ohne Schuld, tötet, wenn er nicht seine Unschuld erweisen kann, darum sein Leben verlieren soll und, falls er entwichen ist, niemals zurückkehren darf. Wer ihn aufnimmt und schützt, ist aus dem Land zu verweisen, bis ihn die Eidgenossen zurückrufen. – Schädigt einer einen Eidgenossen durch Brand, so darf er nimmermehr als Landmann geachtet werden, und wer ihn in den Tälern hegt und schützt, ist dem Geschädigten ersatzpflichtig. – Wer einen der Eidgenossen beraubt oder irgendwie schädigt, dessen Gut in den Tälern soll für den Schadenersatz haften. – Niemand soll einen andern, ausser einen anerkannten Schuldner oder Bürgen, pfänden und auch dann nur mit Erlaubnis seines Richters. – Im übrigen soll jeder seinem Richter gehorchen und, wo nötig, den Richter im Tal, vor dem er zu antworten hat, bezeichnen. – Gehorcht einer dem Gericht nicht und es kommt ein Eidgenosse dadurch zu Schaden, so haben alle andern jenen zur Genugtuung anzuhalten. – Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben. Zu Urkund dessen ist auf Verlangen der Vorgenannten diese Urkunde gefertigt und mit den Siegeln der drei vorgenannten Gemeinden und Täler bekräftigt worden. Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.»

– Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Abt. 1, Urkunden Bd. 1, Aarau 1933

Entstehung des modernen Bundesstaates

Unter Napoleon wurden im Jahr 1803 die neuen Kantone gebildet, die der Helvetischen Republik mit einer föderalistischen Verfassung beitraten. Nachdem die protestantisch-liberalen Kantone in einem kurzen Bürgerkrieg, dem Sonderbundskrieg, die konservativ-katholischen Kantone besiegt und deren separatistische Bestrebungen beendet hatten, wurde die Schweiz 1848 in einen modernen Bundesstaat umgewandelt. Mit der Festhaltung dieser ersten bundesstaatlichen Verfassung wurde die Autonomie der Kantone eingeschränkt die moderne Schweiz gegründet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Schweiz von einer starken Industrialisierungswelle erfasst. Der neue Staat stärkte den Zusammenhalt der Kantone und förderte damit die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz im Übergang zum 20. Jahrhundert. Die Verfassung der Schweiz wurde seit 1848 zweimal total revidiert, 1874 und 1999.

Wichtige Eckdaten der Geschichte der Schweiz

  • 1291 schliessen sich die drei Ursprungskantone Uri, Schwyz und Unterwalden zu einem Bund zusammen, die Schweizerische Eidgenossenschaft. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte treten die anderen Kantone diesem Bund bei.
  • 1519 beginnt in Zürich die Reformation, in deren Verlauf sich die Schweiz in zwei konfessionelle Glaubensrichtungen (katholisch und protestantisch) spaltet.
  • 1648 anerkennen die Friedensverträge des Westfälischen Friedens, welche den dreissigjährigen Krieg in Deutschland beenden, die faktische Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft an.
  • 1798 geht die Alte Eidgenossenschaft mit dem Einmarsch Napoleons unter.
  • 1803 entstehen unter Napoleon aus den alten Untertanengebieten die neuen Kantone, welche der Helvetischen Republik beitreten. Diese erhält eine föderlistische Verfassung und bekommt ihre Autonomie weitgehend zurück.
  • 1815 werden die inneren und äusseren Grenzen der Schweiz und ihre Neutralität im Rahmen des Wiener Kongresses durch die Grossmächte Europas anerkannt.
  • 1847 gewinnen die protestantischen Kantone den Bürgerkrieg gegen die katholischen Kantone (Sonderbundskrieg) und beenden damit die separatistischen Bestrebungen.
  • 1848 wird die moderen Schweiz gegründet: Der Staatenbund geht in einen Bundesstaat mit neuer Bundesverfassung über. Bern wird Bundesstadt.
  • 1863 wird das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf gegründet.
  • 1874 wird das fakultative Referendum eingeführt.
  • 1891 wird die Volksinitiative eingeführt.
  • 1914 macht die Schweizer mobil; die Armee sichert im ersten Weltkrieg die Landesgrenzen. Das Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung tritt in Kraft.
  • 1919 wird für die Wahl des Nationalrates das Proporzsystem eingeführt.
  • 1939 macht die Schweizer Armee im Rahmen der bewaffneten Neutralität mobil und bewahrt ihre Unabhängigkeit.
  • 1948 wird die Alters- und Hinterlassenenvorsorge (AHV) eingeführt.
  • 1960 ist die Schweiz Mitbegründerin der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).
  • 1963 tritt die Schweiz als 17. Mitgleid dem Europarat bei.
  • 1971 wir auf Bundesebene das Frauenstimmrecht eingeführt.
  • 1972 schliesst die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Gemeinschaft.
  • 1975 tritt die Schweiz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei.
  • 1978 entsteht aus einem Teil des Kantons Bern der 26. Kanton der Schweiz, der Jura.
  • 1999 schliessen die Europäische Union und die Schweiz die Bilateralen Abkommen.
  • 2000 tritt die neue Bundesverfassung in Kraft.
  • 2002 tritt die Schweiz als 190. Mitglied der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) bei; die Bilateralen Abkommen mit der EU treten in Kraft.
  • 2004 werden mit der EU im Rahmen des 2. Pakets der Bilateralen Abkommen die Abkommen von Schengen und Dublin geschlossen.

Die Schweiz besteht aus 26 Kantone

Die Kantone sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Schweiz hat 26 Kantone; 20 „Vollkantone“ und 6 „Halbkantone“:

Die „Vollkantone“ sind Aargau (AG), Bern (BE), Fribourg / Freiburg (FR), Genève / Genf (GE), Glarus (GL), Graubünden (GR), Jura (JU), Luzern (LU), Neuchâtel / Neuenburg (NE), St.Gallen (SG), Schaffhausen (SH), Schwyz (SZ), Solothurn (SO), Thurgau (TG), Ticino / Tessin (TI), Uri (UR), Valais / Wallis (VS), Vaud / Waadt (VD), Zug (ZG) und Zürich (ZH).

„Halbkantone“ ist heute nicht mehr die offizielle, jedoch weiterhin übliche Bezeichnung für die geteilten Kantone, welche im Ständerat mit nur einem Sitz vertreten sind, während die „Vollkantone“ in der sogenannt kleinen Kammer im Parlament zwei Sitze innehaben. Bei der Berechnung des Ständemehrs haben die Halbkantone dementsprechend nur eine halbe Stadesstimme.

Die Halbkantone sind Appenzell Ausserrhoden (AR) – Appenzell Innerrhoden (AI), Basel-Stadt (BS) – Basel-Landschaft (BL), und Obwalden (OW) – Nidwalden (NW) (gemeinsame Bezeichnung: Unterwalden).

Während Unterwalden schon immer in Ob- und Nidwalden unterteilt war, hat sich der historische Kanton Appenzell 1597 in Folge der Reformation in das katholische Innerrhoden und das reformierte Ausserrhoden geteilt. Der Kanton Basel teilte sich 1833 aufgrund eines Konflikts zwischen der politisch dominanten Stadt Basel und dem bevormundeten Land.

Aargau (AG)

Hauptort: Aarau
Fläche in km2: 1’404
Gemeinden: 219

Nidwalden (NW)

Hauptort: Stans
Fläche in km2: 276
Gemeinden: 11

Appenzell Ausserrhoden (AR)

Hauptort: Herisau
Fläche in km2: 243
Gemeinden: 20

Obwalden (OW)

Hauptort: Sarnen
Fläche in km2: 491
Gemeinden: 7

Appenzell Innerrhoden (AI)

Hauptort: Appenzell
Fläche in km2: 173
Gemeinden: 6

St. Gallen (SG)

Hauptort: St. Gallen
Fläche in km2: 2’026
Gemeinden: 85

Bern (BE)

Hauptort: Bern
Fläche in km2: 5’959
Gemeinden: 382

Schaffhausen (SH)

Hauptort: Schaffhausen
Fläche in km2: 298
Gemeinden: 27

Basel-Landschaft (BL)

Hauptort: Liestal
Fläche in km2: 518
Gemeinden: 86

Solothurn (SO)

Hauptort: Solothurn
Fläche in km2: 791
Gemeinden: 120

Basel-Stadt (BS)

Hauptort: Basel
Fläche in km2: 37
Gemeinden: 3

Schwyz (SZ)

Hauptort: Schwyz
Fläche in km2: 908
Gemeinden: 30

Fribourg / Freiburg (FR)

Hauptort: Fribourg
Fläche in km2: 1’671
Gemeinden: 165

Thurgau (TG)

Hauptort: Frauenfeld
Fläche in km2: 991
Gemeinden: 80

Genève/ Genf (GE)

Hauptort: Genève
Fläche in km2: 282
Gemeinden: 45

Ticino / Tessin (TI)

Hauptort: Bellinzona
Fläche in km2: 1’404
Gemeinden: 157

Glarus (GL)

Hauptort: Glarus
Fläche in km2: 685
Gemeinden: 3

Uri (UR)

Hauptort: Altdorf
Fläche in km2: 1’077
Gemeinden: 20

Graubünden (GR)

Hauptort: Chur
Fläche in km2: 7’105
Gemeinden: 176

Vaud / Waadt (VD)

Hauptort: Lausanne
Fläche in km2: 3’212
Gemeinden: 326

Jura (JU)

Hauptort: Delémont
Fläche in km2: 838
Gemeinden: 64

Valais / Wallis (VS)

Hauptort: Sion
Fläche in km2: 5’224
Gemeinden: 141

Luzern (LU)

Hauptort: Luzern
Fläche in km2: 1’493
Gemeinden: 87

 

Zug (ZG)

Hauptort: Zug
Fläche in km2: 239
Gemeinden: 11

Neuchâtel / Neuenburg (NE)

Hauptort: Neuchâtel
Fläche in km2: 803
Gemeinden: 53

Zürich (ZH)

Hauptort: Zürich
Fläche in km2: 1’729
Gemeinden: 171

Unsere Schweizer Hymne


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